Gesellschaft
Ein gesunder, gepflegter Körper ist eine Selbstverständlichkeit bei den Yi'Zari. Beim Ausprägen und Weiterentwickeln der eigenen Fähigkeiten gilt es, das perfekte Gleichgewicht zwischen Körper und Verstand zu finden. Ihren Verstand schärfen die Yi'Zari durch Spiele, die einen festen Platz im kulturellen Leben einnehmen. Diese Spiele können sich über Wochen hinziehen und sind dabei niemals nur auf ein Spielbrett oder -feld beschränkt. So kann es zu einem Spiel gehören, einen Gegner durch willkürlich erscheinenden Vorfall abzulenken und auf diese Weise zu einer unbedachten Handlung zu verleiten. Ihre körperliche Ausdauer und Geschicklichkeit schulen Yi'Zari ebenso gewissenhaft, indem sie mit volksüblichen Waffen trainieren oder andere Kunstfertigkeiten meistern. Ein Training wird erst beendet, wenn die begehrte Fähigkeit, das Werkzeug oder die Waffe zu ausreichender Zufriedenheit beherrscht wird.
Das Gesetz der Yi'zari sieht keine Strafe für Mord vor, sofern dieser zur achten Gegenwart geschieht. Jemandem vom eigenen Volk das Leben zu nehmen, wird allerdings als keine respektable Strategie unter den Yi'Zari angesehen. Man setzt lieber auf Raffinesse, um sich auf ausgeklügelte Weise Einfluss zu verschaffen.
Dieser Einfluss, vielmehr als Reichtum, prägt das gesellschaftliche Machtgefälle bei den Yi'Zari. Es beginnt bereits im Kindesalter mit der Frage, wie früh und wie viele Farben ein Yi'Zari zusätzlich zu seiner Geburtsfarbe entwickelt. Schwachem Gift wird schwacher Einfluss zugeschrieben. Ist es einem Yi'Zari nicht vergönnt, bis spätestens zu seinem zehnten Lebenszyklus eine zweite Farbe zu bilden, weiß er, dass er ein schlechtes Los gezogen hat. Sein geringer Einfluss wird ihn zeitlebens vor besondere Herausforderungen stellen. Die Vollendung eines vierfarbigen Musters gleicht in seiner Seltenheit nahezu dem Status eines Sternenwerbers. Die Giftwirkung des Spinnenadels ist so potent, dass sie nahezu nicht zu neutralisieren ist. Allein das gegensätzliche Gift einer Spinnenprinzessin oder eines Spinnenprinzen ist dazu in der Lage, beispielsweise eine Abhängigkeit aufzulösen oder eine tödliche Dosis zu entschärfen.
Trotz des Respekts und der Bewunderung, den adelige Yi'Zari genießen, verblasst ihr Einfluss rasch in Gegenwart eines weißhäutigen Yi'Zari. Selbst völlig farblos, dominieren diese ihr Umfeld, als seien sie gnädige Sterne, die sich zur Erde herablassen. Kniefälle Niederer sind rein freiwillig, aber keine seltene Reaktion auf ihr Erscheinen. Zu den Sternenwebern zählen vier Paare, die in ihrem Einfluss noch bei Weitem höher ragen: die Zeitlosen Zwillinge. Zum Immerlicht-Fest schweben zwei dieser acht Fixsterne durch Szion'zin, segnen alle Feiernden mit Glück und lassen im Lichte der hellsten Präsenz ganz Zo'Ungoru erstrahlen.
Abseits der großen Komplexe ist das Leben derweil einfacher gestrickt. Die kleinen Gewirke sind ein sicherer Hort für sowohl jung als auch alt. Einfarbige Yi'Zari bleiben meist in ihren heimatlichen Gewirken, wo man sich wenig um all die Verstrickungen und Rivalitäten Spiele kümmert, die die Komplexe vollends beherrschen.
Liebesleben
Der ungezwungene Umgang mit ihrer Begierde liegt in der Natur der Yi'Zari und in Anbetracht ihrer Giftigkeit macht sie diese Eigenschaft zu einem ebenso verruchten wie gefährlichen Volk. Das Konzept der Untreue ist ihnen unbekannt. Bei den Yi'Zari hängt die Suche nach einem reizvollen Partner, ob Mann oder Frau, volkseigen oder volksfremd, von ihren persönlichen Vorlieben, der vorherrschenden Gegenwart und der Stärke ihres Giftgeists ab. Begegnen sich zwei Yi'Zari, deren Giftgeister übereinstimmen, fühlen sie sich zueinander hingezogen. Spätestens bei körperlichem Kontakt vermag kaum ein Yi'Zari, sich dieser Anziehungskraft zu entziehen. Es gäbe auch keinen Grund zur Zurückhaltung, denn yi'zarische Zöglinge wachsen unabhängig von den Eltern im Schutze der Gewirke auf. Keinem anderen Volk auf Than werden mehr Zwillinge geboren als den Yi'Zari. Dem Beispiel der Zeitlosen Zwillinge folgend, sind diese oft noch bis ins hohe Alter unzertrennlich.
Nahrung
Fleisch gilt als besonderer Genuss, wird von den Yi'Zari aber nur zu ungeraden Gegenwarten gejagt, serviert und verspeist. Dies mag der Grund sein, weswegen die Fleischzubereitung und -verkostung zu diesen Gelegenheiten besonders zelebriert wird. In der Fremde wird ein Yi'Zari eine angebotene Fleisch-Mahlzeit nicht ablehnen, selbst wenn diese ihm in unpassender Gegenwart spendiert wird. Auf eigene Faust jagen oder ein entsprechendes Gericht zubereiten, wird er jedoch nur in angemessener Gegenwart. Es ist wahrscheinlich, dass ein Yi'Zari von einem tödlichen Hieb absieht, wenn er darauf hingewiesen wird, dass eine gerade Gegenwart herrscht und auch Mord eine Form der Jagd darstellt. Man sollte aber besser auch den Namen der schützenden Präsenz kennen, sonst kann es sein, dass die erhoffte Gnade dennoch nicht eintritt.
Religion
Man verehrt die Präsenzen, die den Yi'Zari ihre Gunst gewähren. Jeder Yi'Zari wählt eine der acht Präsenzen für sich aus und begibt sich, um deren Wohlwollen zu erlangen, auf eine Reise durch Zo'Ungoru, die ihn von Schrein zu Schrein führt. Jede Präsenz verfügt dabei über ihren ganz eigenen Schreinpfad, der jedoch stets 16 exklusive Schreinstätten beinhaltet. Um die gewählte Präsenz zu wechseln, muss sich der Yi'Zari erneut auf einen Schreinpfad begeben und diesen bis zum Ende überstehen. An jeder Schreinstätte ist eine ausgiebige Meditation erforderlich, um der erhofften Präsenz näherzutreten.
Die Sternenweber haben derlei Reisen nicht nötig, denn es heißt, sie würden allen Präsenzen zu gleichen Teilen nahestehen. Die weißhäutigen Yi'Zari werden ausnahmslos respektiert und mitunter fast so sehr wie die Präsenzen verehrt. All diesen vorangestellt sind natürlich die Zeitlosen Zwillinge, deren einzigartiges Emblem die Unanfechtbarkeit yi'zarischen Rechts versinnbildlicht.