Kultur
Im Krieg gegen die Dracier erklärte der letzte König kurz vor seiner Ermorderung die freiwillige Kapitulation des gjadanischen Volkes. Jeglicher Führung beraubt, gerieten die Gjad als Erste unter dracische Herrschaft, was dazu führte, dass ihre Kultur am gründlichsten ausgelöscht und vom dracischen Vorbild geprägt wurde. So galten Frauen bei den Draciern als verlässlicher, machtvoller und respektabler, wodurch gjadanische Frauen sich gegen die vormals dominierenden Männer durchsetzen konnten. Noch heute hat üblicherweise die Mater, die älteste Mutter der Familie, das letzte Wort bei allen Beschlüssen.
Die Familienstruktur der Gjad besteht meist aus einem Zusammenschluss mehrerer Generationen. Kinder wachsen bei ihren Eltern und Großeltern auf. Sobald sie reif genug sind, um selbst Kinder zu zeugen, stehen sie vor der Wahl, im Elternhaus zu veweilen, oder sich eine neue Heimat zu suchen. Diese Entscheidung ist zwar jedem selbst überlassen, hängt aber oftmals von vielen Einflüssen ab, nicht zuletzt den Gesetzen des Landes.
Zo'Ungoru
Nur durch ein ausreichendes Vermögen ist es den Gjad in Zo'Ungoru möglich, sich aus der besonderen Verpflichtung freizukaufen, die ihre Eltern in ihrem Namen eingehen, damit sie im Schutze der Gewirke aufwachsen dürfen. Junge Gjad und Yi'Zari werden in den Gewirken niemals gemeinsam unterrichtet. Einem Gjad wird grundsätzlich weniger Einfluss als einem Yi'Zari zugeschrieben, selbst wenn der Yi'Zari nur über eine einzige Farbe verfügt.
Pheretia
Um im wohlhabenden Pheretia siedeln zu dürfen, muss jeder Gjad das Einfache Glaubensbekenntnis ablegen. Will eine Familie sich nicht nur in Pheretia aufhalten, sondern eigenes Land pachten und bewirtschaften, wird das Volle Bekenntnis vom männlichen Vorsteher der Familie erwartet. Diesen betrachten die Sylphen fortan an Verantwortlichen der Familie, selbst wenn es die gjadanischen Frauen sind, die traditionell über alle bedeutenden Belange entscheiden. Da Pheretias Wohlstand lockt und die Sylphen als gütiges und gerechtes Volk gelten, fügen sich dennoch viele Gjad der aufdoktrinierten Struktur. In den fruchtbaren, grünen Landen trifft man - dicht gefolgt von Oa - auf die meisten Gjad. Obwohl nur geringe Abgaben erwartet werden, leisten die Gjad oft ein Vielfaches davon, im festen Glauben, dadurch in der Gunst der Edlen und ihres Gottes aufzusteigen.
Äonnh
Es gilt als erwiesen, dass keine Gjad in Äonnh siedeln, denn die vallischen Lande machen den Gjad das Überleben schwer. Trifft man im Herzen des äossischen Reiches auf einen Gjad, kann man sich sicher sein, dass dieser die undankbare Stellung eines Sklaven bekleidet.
Mizzáll
Obwohl sich in Mizzáll gut bezahlte Arbeit finden lässt, was so manchen Gjad in den höchsten Norden wandern lässt, ziehen die bereits angesiedelten Gjad es vor, bestmöglich ihre Autonomie zu wahren und nur gelegentlich Handel mit den Issír zu treiben. Durch den respektvollen Abstand geschieht es nur selten, dass die Issír etwas von den Gjad fordern oder von jenen um Schiedssprüche gebeten werden. Ist man auf das Wissen des maskierten Volkes angewiesen, stellt man sicher, dass man es schon im Vorfeld großzügig entlohnt, um nicht im Nachhinein auf andere Weise für dessen Großzügigkeit zahlen zu müssen.
Oa
Über den Norden des Hauptkontinents spannte sich einst das gjadanische Herrschaftsgebiet. Zahlreiche Burgruinen künden noch von der Macht der verblichenen sieben Könige. Architektur und Gepflogenheiten erinnern hier besonders stark an frühere Tage. Obwohl das Reich bereits im Jahre des Edikts (1 ED) den Xaraxar überschrieben wurde, siedelten die Gjad hier noch über viele Dekaden ungestört und konnten ihre Kultur neu für sich ausprägen. Amras Wandel, der vor 74 Zyklen einsetzte, ließ jedoch die Xaraxar aus dem Meer aufsteigen. Die Souveränität der kleinen Gemeinden endete und die Städte am Meer gerieten in den Wechselstrom. Wo die Xaraxar des neuen Stroms Sitte und Wissen mitbrachten, riss der alte Strom das Leben vieler Gjad in die Knechtschaft. Den größeren gjadanischen Städten und wohlhabenden Gemeinden gelingt es, den alten Strom notdürftig im Zaum zu halten - nicht selten durch den Beistand der Äos oder Sylphen - doch je größer dessen Zustrom wird, desto mehr Gjad beschließen schweren Herzens, ihre verbliebenen (Leben) Freiheiten zu wahren, indem sie Oa den Rücken kehren und in die anderen Reiche ausweichen.
Baronnh
Vergleichbar mit Oa, allerdings sind hier die Äos der pressende Faktor, der das Glück der Gjad einschränkt. Die hier häufig auftretenden Amra-Stürme machen den Erwerb von Baalit zu einer Notwendigkeit, die die gjadanischen Gemeinden Baronnhs in erdrückende Leibeigenschaft zwingt.