Gesellschaft
Wenn man eines über das gesellschaftliche Leben der Äos sagen kann, dann, dass es LAUT ist. Man lebt wild und ungezwungen, gibt einen herzhaften FACK auf fremde Gesetze oder den Glauben an Epheon und feiert die Feste wie sie fallen. Gerät man aneinander, wird das Problem mit blanken Fäusten geklärt. Der Sieg entscheidet darüber, wer im Recht ist. Selten geben Äos sich die Blöße, die Regentschaft um einen Schiedsspruch zu bitten. Feinsinn und Zurückhaltung sind bei den Äos keine Tugenden und wer sich nicht zu wehren weiß, ist gut beraten, einer oder einem starken Shaar zu gefallen.
Mutproben, Raufereien, Gelage und sexuelle Ausschweifungen stehen bei den Äos fest an der Tagesordnung. Sowohl wagemutige als auch trinkfeste Äos werden sehr geschätzt. Es ist nicht nötig, dass ein Äos stets alle Mutproben meistert, denen er sich stellt: der Wille zählt. Überwiegt das Versagen allerdings dauerhaft, schadet es dem Ruf, sich wahllos in immer neue Wetten zu stürzen. Die ruhmreichsten Äos sind jene, die sich viel zutrauen, sich dabei nicht übernehmen und die Schwierigkeit ihrer Mutproben allmählich steigern: echte Dauerbrenner eben. Es ist das Ziel eines jeden Äos, Ruhm zu erlangen, der selbst bis ins hohe Alter währt, denn nur angesehenen Äos gelingt es, einen begehrenswerten Djaham um sich zu scharen und langfristig an sich zu binden.
Liebesleben
Es ist bei den Äos üblich, Partnerschaften mit mehreren festen Geliebten einzugehen - ganz gleich, ob volkseigen oder volksfremd. Dabei verfügt allein der dominante Partner, die/der Shaar, über die Entscheidungsgewalt. Er darf frei nach seinem Willen neue Partner (Djaii) für sich beanspruchen. Diese haben dabei allein ihm treu zu sein. Romantische Beziehungen und sexuelle Aktivitäten innerhalb des eigenen Djahams erfordern immer erst die Zustimmung des Shaar.
Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften stehen bei den Äos hoch im Kurs. Erlaubt ist, was immer dem Shaar gefällt. Ein großer Djaham verleiht großes Ansehen. Das Konzept der Monogamie wird von den Äos als unsinnig empfunden. Man ist davon überzeugt, dass das äossische Herz eines Shaar groß genug sind, um zu all seinen erwählten Djaii endlos brennende Liebe zu empfinden. Um diese Liebe zu behaupten, kommen im Zweifel Herausforderungen zum Tragen. Bevor ein Djaii seinen Shaar verlässt, muss er jenem die Chance einräumen, seine Liebe in einer Mutprobe erneut unter Beweis zu stellen. Ist ein Shaar bei der auferlegten Herausforderung erfolgreich, gelingt es ihm meist, das kritische Herz zurückzuerobern, das er fast verloren hätte. In Zukunft wird er dem zurückgewonnenen Djaii mehr Zuwendung schenken, will er seine Liebe nicht allzu bald erneut unter Beweis stellen müssen. Schlägt ein Shaar die Herausforderung aus, ist die Trennung mit sofortiger Wirkung besiegelt. Eine derartige Schmähung durch den Shaar ist der Alptraum eines jeden stolzen Djaii, der darauf abgezielt hatte, einen erneuten Liebesbeweis zu erhalten.
Wetten und Sklaven
Mut- und Kraftproben gelten bei den Äos als probates Mittel, um schnelles Geld zu verdienen. Erfolgreiche Wetten machen viele Äos schnell reich, doch mindestens genauso viele bringen sie um ihr letztes Kupfer. Bei einer vielversprechenden Wette wird das Risiko für gewöhnlich vernachlässigt. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wetten werden bei den Äos als verbindliche Verträge angesehen. Wessen Schuld eingefordert wird, der muss diese mit allem abbezahlen, was er hat - selbst, wenn er nichts mehr besitzt... außer sich selbst. Ein Äos, der seine Schuld nicht begleichen kann, wird zum Sklaven. Laut Sklaven-Siegel leistet der Dienst durch einen Äos einen Obool pro Phase ab. Der Sklavendienst Volksfremder hat keinen monetären Wert. Ist ein versklavter Äos außerstande, seinen Stolz zu vergessen, bleibt ihm nur die Flucht. Aber wer eines Tages nach Bagrabaal zurückkehrt, hat besser einen ansehnlichen Schatz vorzuweisen, mit dem er nicht nur seine Schuld auf einen Schlag bei seinem Gläubiger begleichen, sondern auch die Regentschaft bestechen kann, damit diese ihn nicht rigoros einschmilzt und seinen verflossenen Namen damit als würdelos brandmarkt.
Zungenspaltung
Eine doppelte Zungenspitze gilt als äossisches Markenzeichen. Mit dem Erringen der ersten Trophäe erlangt ein Äos das Anrecht, sich die Zunge spalten zu lassen. Wer noch nichts zustande gebracht hat, sollte also lieber nicht zu weit das Maul aufreißen. Die Spaltung geschieht unter fähiger (oder zufälliger) Hand vorzugsweise im Gebeinschlot, wo der erste Triumph rauschend mit allen Anwesenden gefeiert wird. Hat der Äos das Glück, dass an diesem Abend jemand von der Regentschaft zugegen ist, gehen seine Bestellungen und die aller Anwesenden auf die Regentin. Ozh shaarash, Voohara!
Die Praktik der Spaltung reicht bis in graue Vorzeit zurück. Die Siegelschriften erzählen von einer Ära, in der sich die Äos ihren Lebensraum mit doppelzüngigen Ungeheuern teilen mussten: mächtigen Geschöpfe, die von den Äos sowohl für ihre Gerissenheit gehasst als auch für ihre Macht bewundert wurden. Eine tief verankerte Tradition somit, was aber von den wenigsten Äos gewusst oder hinterfragt wird. Wer braucht schon einen historischen Kontext, wenn er mit seiner Zunge eine andere packen kann? Eben. Ozh Faaash!
Nahrung
Beliebt: Ausreichend Erhitztes mit hohem Energiegehalt (z.B. Glut, Kohle, Koks, Mergel*) und Flüssigkeiten mit möglichst keinem Wasseranteil (z.B. Öl, Alkohol)
Unbeliebt: Schwere Kost voller Ballaststoffe, die erst noch im Bauch verbrennen muss (z.B. rohes Holz, Pökelfleisch)
Ungenießbar: Substanzen mit hohem Wasseranteil
Nehmen Äos hochprozentigen Alkohol zu sich, entzündet sich dieser in ihrem Inneren und schießt als Stichflamme hervor. Äos lieben diesen spektakulären Effekt, bei dem auch ihr Haar und ihre Augen grellweiß aufleuchten. Es ist ein berauschender Spaß, der jedoch Übung erfordert. Strapazieren Äos ihre Magenwände durch die internen Explosionen zu stark, tragen sie innere Verletzungen davon. Kommt es dazu, sind die Schmerzen extrem und der Rausch ist schnell vergessen. Wenn sie Blut husten oder glühende Galle erbrechen, ist dies das sichere Zeichen, dass sie es übertrieben haben. Ein weiterer Schluck Alkohol kann nun im Erlöschen enden. Bei Schonung vergehen üblicherweise sechzehn Spannen, bis sich die inneren Wunden soweit geschlossen haben, dass sie nicht länger schmerzen.
* nach uraltem Rezept verbackene Mineralstoffe und Fette, die in braunschwarzer Riegelform oder als mundgerechte Brocken daherkommen. Der Geschmack von Mergel ist... umstritten.
Religion
Jeder ist frei, an das zu glauben, was er will. Wer an Humbug glaubt, ist selber Schuld, Naav*!
* Naav » Idiot / Nichtsnutz / Volksfremder / schwach / zu versagen / ...