Seelenspiegel
Die Gjad eint, dass nichts sie eint. Im Edikt des Friedens wurde ihre Duldung festgeschrieben. Sie dürfen jedes Reich ihrer Wahl besiedeln, sofern sie sich an dort geltendes Recht halten.
Die Bewohner aller Reiche
Obwohl die Gjad im Einzelnen unscheinbar erscheinen, sind sie allgegenwärtig auf Than. Körperlich so vielfältig wie ihre Lebenswege, besitzen sie Hautfarben von hell bis dunkel und Gesichtzüge von knollig bis filigran. Sie sind ein Volk ohne feste Herrschaft, das sich durch Kreativität, Widerstandsfähigkeit und Zusammenhalt auszeichnet und sich darauf versteht, nahezu überall heimisch zu sein. Prägende Stärken oder Schwächen besitzen sie nicht, doch gerade das macht sie zu den anpassungsfähigsten Bewohnern einer Welt im Wandel.​

Ihr Alltag ist von harter, ehrlicher Arbeit geprägt. Ihre Interessen sind so vielseitig wie ihre Philosophien. Ein Gjad führt meist einen volkstypischen Vornamen, gefolgt von einem Nachnamen, der auf sein Können verweist. Handelt es sich um einflussreiche Persönlichkeiten, schmückt sie ein ehrenhafter oder berüchtigter Titel, der auf ganz Than Bekanntheit erlangen kann. Als Bauern, Handwerker, Bedienstete oder wagemutige Erfinder – insbesondere in Ohejir – stellen sie überall die stille, tragende Schicht der Gesellschaft. Sie haben keine einheitliche Spiritualität, doch der Glaube an Epheon gewinnt an Bedeutung, nicht zuletzt, weil der Beistand sylphischer Priester in einer gefährlichen Welt über Leben und Tod entscheiden kann.​
Historisch tragen die Gjad tiefe Narben. Vielerorts hallt die Erinnerung an vergangene Größe nach. So künden Burgruinen von den lang vergessenen Siebenkönigen. Zu Beginn des dracischen Zeitalters kapitulierte ihr letzter König und mit dem Zusammenbruch des Reiches wurde auch ihre Kultur auf radikale Weise ausgemerzt. Besonders prägend war der Umwurf der gjadanischen Geschlechterrollen. Bis heute hat die Mater, die fähigste und willensstärkste Frau der Familie, das Sagen in allen wichtigen Belangen.​

Wer den Spuren der Gjad folgt, reist durch alle Reiche. In Zo’Ungoru profitieren sie vom Wohlwollen der Yi'Zari, doch dort Geborene müssen sich kostspielig freikaufen, um neues Glück in der Fremde zu suchen. Pheretia lockt mit Frieden und Wohlstand, doch die göttliche Ordnung der Sylphen verlangt, dass die Frau in den Hintergrund tritt. Das dünn besiedelte Oa verspricht Freiheit, doch Amras Wandel und der alte Strom bedrohen das Auskommen und Wohlergehen ganzer Gemeinden. Mizzáll ist fern und schwer zu besiedeln, da der Irrsinn all jene befällt, die sich in den wärmeren Süden wagen. Im hohen Norden grasiert jedoch eine Kälte, die nur Wenige überstehen. Wer in Baronnh lebt, lernt, sich zu beweisen: in Wüsten, in Dschungeln, unter Stürmen und Fluten. Die Freistadt Raakai hält allerdings lohnende Arbeit bereit. Äonnh hingegen gestattet keine freien Gjad; wer dort lebt, tut es als Sklave.​

Relikte, machtvolle amrische Werkzeuge, sind ein Versprechen auf Selbstbestimmung. Ein Wagnis, das so manchem Leib und Leben wert ist, um einem Schicksal als 'hilfloser Gjad' zu entkommen.

Alle Reiche
Äonnh und Baronnh