Erscheinung
Die Geschichten über die Nebel sind alt, doch hin und wieder hört man neue Erzählungen von Wagemutigen, die versucht haben sollen, die verschleierte Grenze auf offener See zu durchdringen. Aus der Ferne scheinen die Nebel nicht zu existieren und der klare Blick aufs Meer reicht weit bis zum Horizont. Je näher man gelangt, desto dichter beginnen sich die Nebel zu ballen. Bald schon füllt das weiße Nichts das Sichtfeld zur Gänze und weder Wind, noch gleißender Sonnenschein sind imstande, es aufzulösen. Wagt man sich vollends in die Nebel hinein, wird die Sonne rasch vom weißen Schleier verschluckt. Ein mattes Zwielicht bleibt.
Gespenstische Schlieren im Nebel und das monotone Flüstern der Wellen bilden die einzigen Begleiter auf der weiteren Reise. Es können auf diese Weise Tage, Phasen oder sogar ganze Zyklen vergehen, bis die Nebel sich endlich wieder zu lichten beginnen. Wer noch am Leben und bei klarem Verstand ist, ersehnt das heller werdende Licht herbei. Wie bitter ist jedoch die Erkenntnis, die der Erlösung folgt. Denn gerade wenn die Nebel überwunden scheinen, zeigt sich, dass man sie an genau jener Stelle wieder verlassen hat, an der man sie zuvor betrat.
Mitunter kehren Expeditionen nie mehr oder nur als leere Geisterschiffe aus den Nebeln zurück. Besonders häufig verschwinden junge Xaraxar, die eine ungünstige Strömung in die Trübe verschlägt oder die in ihrem Wagemut die Gefahr unterschätzen, niemals wiederzukehren.