Wie alle freien Städte unterliegt Ohejir der Schirmherrschaft mehrerer Völker: den Issír und den Xaraxar. Viele Gjad, die sich auf Handel und Gewerbe verstehen, finden in dieser Freistadt eine spannende Heimat.
Ohejir ist in zwei oberirdische und einen unterseeischen Bezirk geteilt. Der Norden ist von issírischer Struktur und Sorgfalt geprägt, wogegen im Süden der Stadt ein chaotischer Mix aus Werkstätten, Wohnbezirken, Gast- und Marktgewerben vorherrscht. Ohejirs Meereskluft, die im Winter vollständig überfriert, gilt als lukratives Nadelöhr für den Seehandel. Unter Wasser reichen die Wachsungen der Xaraxar tief bis in lichtlose Schichten - selbst noch bis ins Gestein unterhalb der südlichen Küste. Auch unterhalb der Nordküste siedeln seit einigen Zyklen Xaraxar in wachsender Zahl, wobei dies gegen den strikten Einspruch der Issír geschieht. Auf ihren alleinigen Anspruch der Nordstadt pochend, zeigen die Issír wenig Verständnis für die angespannte Lage des lachenden Volkes. Ein politisches Dilemma kündigt sich an, dessen Folgen aktuell unabsehbar sind.
Nirgendwo wird so emsig geforscht, getüftelt und gesprengt wie in Ohejir. Nahezu wöchentlich hört man von neuen Wundern... oder Katastrophen. Hierbei herrscht ein mal mehr oder weniger stummer Wettstreit zwischen den Bezirken. Man arbeitet unter Hochdruck, verzichtet auf Schlaf oder verdächtigt einander der Sabotage oder Spionage. So kreativ die Erfindungen, so einfallsreich sind die Gemüter damit beschäftigt, sich nicht übertrumpfen oder ausbooten zu lassen.
Süd-Ohejir profitiert von den Geldmitteln der Äos und einer ungezähmten Kreativität, wogegen Nord-Ohejir vom Reichtum der Issír und deren begnadeter Forschernatur und Akribie profitiert.
Viele Händler behalten die Freistadt sehr genau im Auge. Man brennt geradezu darauf, die neuen Errungenschaften in klingende Münze zu verwandeln. In keiner anderen Stadt außerhalb Pheretias sieht man mehr sylphische Händler die Märkte und Werkstätten besuchen. In allen Bezirken ist man um deren Aufmerksamkeit und Gunst bemüht, denn kein anderes Volk bietet einen attraktiveren Absatzmarkt, sobald dessen Interesse einmal entfacht ist.